Tierbordelle! Tierbordelle!

25 Jahre Wracken

  • Sonntag, 09 November 2014 00:00
  • geschrieben von  Claudia

Das weltgrößte Metal-Festival feiert Geburtstag. Die begehrten Karten waren bereits 48 Stunden nach Vorverkaufsstart ausverkauft. Rekord!!Anreise mit dem Sprinter, Übernachtung im Zelt – aber mit dem Luxus eines eigenen Dixie-WC. Egal ob rain or shine! Hier trägt man Schwarz! Am besten ein Festival-Shirt der vergangenen Jahre. Um an aktuelles Material zu kommen, muss man Wartezeiten von mehreren Stunden in Kauf nehmen. Dennoch ist alles entspannt, jeder ist zuvorkommend. Eine große Herde schwarzer Schafe, die friedlich ihr Festival feiern.

Nirgendwo hab ich eine ähnlich gelassene Stimmung erlebt. Egal ob auf dem Gelände, bei den Essens- und Getränkeständen oder im Inner-Field bei den Konzerten hier entschuldigt sich jeder, wenn er versehentlich jemanden anrempelt. Selbstverständlich muss man ein Grundverständnis für Metal-Musik haben.

Aber auf den insgesamt  7 Bühnen, ist für jeden etwas dabei. Von A - wie „Accept“ bis Y - wie „Ye Banished Privateers“ – von ganz hart bis Comedian. Bülent Ceylan hatte einen wirklich guten Auftritt auf einer der Hauptbühnen. Immer wieder schön zu sehen ist auch, wie die „Wacken-Fire-Fighters“, die örtliche Feuerwehrkapelle, beim Böhmischen Traum die Headbanger zum Moshen bringen, oder Mambo Kurt mit Glitzerkugel und Hammond-Orgel, Rock-Klassiker zum Besten gibt. Großartig die Rock-Oper von Avantasia auf der großen True Metal Stage.

Im Wackinger-Village gibt es einen Mittelaltermarkt. Selbstverständlich auch ein entsprechendes Rahmenprogramm mit etwa 240 Wikingern und Rittern als Rollenspieler. Abgerundet wird das Programm mit Bands der Mittelalterszene. Vogelfrey, Fiddlers Green oder Faun, um nur ein paar zu nennen.

Außerdem ist hier auch das Trash of the Titans Field, hierfür war wohl MadMax die Vorlage. Aber äußerst sehenswert!

Der Bullhead City Circus ist das riesige Pagonenzelt auf dem Platz. 110 Meter lang und 70 Meter breit. Newcomer spielen hier beim Metal-Battle um die Gunst des Publikums.

Es gibt also allerlei zu sehen, hören und erleben auf dem Holy-Wacken-Land.

Eine ganz eigene Kultur herrscht in der riesigen Camping-Stadt.
Mancher bringt sein Wohnzimmersofa mit, ein Pavillon gehört fast schon zum Standard, die Müllentsorgung ist sehr individuell (diplomatisch ausgedrückt).

Wer geräuschempfindlich ist, geht nicht nach Wacken. Ruhe hat man hier nie. Eine bunte Musikmischung hängt in der Luft. Aber auch hier ein großes Kompliment an die Organisation: Jeder Besucher bekommt mit dem Eintrittsband seine Full-Metal-Bag ausgehändigt. Darin, alle wichtigen Dinge für einen Festivalbesucher: Regencape, Wasserbeutel, Müllsack ... und Ohrstöpsel!

Eines möchte ich noch besonders erwähnen:
Es gab eine Station zur DKMS-Typisierung und Information über das Thema Blutkrebs. Sehr viele Besucher haben dieses Angebot wahr genommen.

Mein Fazit: Wacken ist ein perfekt organisiertes, keineswegs weichgespültes Festival.

Wer 2015 mit dabei sein möchte ist allerdings zu spät − die
Tickets waren nach 12 Stunden ausverkauft − Neuer Rekord!

Text: Claudia Überall

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  • Letzte Änderung am Samstag, 15 November 2014 18:44
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